Hand & Fuß - Praxis für Physiotherapie und Tiergestützte Therapie - Christina Schwoerer-Böhning, Sprockhövel

Physiotherapie

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Die Inhalte der krankengymnastischen / physiotherapeutischen Behandlung richten sich nach der ärztlichen Diagnose und dem Krankheitsbild des Patienten. Zur Anwendung kommen können sowohl passive Behandlungstechniken als auch aktive Bewegungsabläufe und Übungen. Zu Beginn einer krankengymnastischen Behandlung steht die krankengymnastische Befundaufnahme, die das Therapieziel und die Behandlungsmethode festlegt.
Behandlungszeit: 15-25 Min.

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis (ZNS)

Sie findet ihren Einsatz bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie z.B. nach Schlaganfall, bei Multipler Sklerose, bei M. Parkinson oder anderen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen sowie bei sensomotorischen und bei kognitiven Beeinträchtigungen.
Die krankengymnastischen Behandlungsinhalte richten sich hier nach dem Bobath-Konzept oder der Behandlungstechnik "Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation", kurz PNF.
Diese Behandlungskonzepte sind von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt.

Mit der PNF-Technik können einzelne Bewegungssequenzen und -abläufe intensiv beübt werden. Dabei nutzt man innerhalb des PNF-Konzeptes totale und Massenbewegungen der Muskulatur. Bewegt wird in Muskelgruppen mit dem Ziel der Verbesserung der Koordination dieser Muskelgruppen und Muskelaktivitäten. Diese Bewegungsmuster können in verschiedenen Ausgangsstellungen wie z.B. Rückenlage, Bauchlage, Sitz oder Vierfüßlerstand ausgeführt werden.
Die Wahl der Ausgangsstellung ist dabei von unterschiedlichen Faktoren wie z.B. Schmerz, Spastizität, Muskelkraft des Patienten im Verhältnis zum Therapeuten abhängig.

Auch die Behandlung nach dem Bobath-Konzept nutzt verschiedene Ausgangsstellungen zur Aktivierung und besseren Koordinierung geschwächter oder vielleicht auch gelähmter Muskulatur. In der Bobath-Therapie wird der Mensch in seiner ganzen Persönlichkeit betrachtet. Ziel ist es, ihm die größtmögliche Selbstständigkeit in seinem Lebensumfeld zu ermöglichen. Die Bewältigung und das beüben von Alltagssituationen stehen im Vordergrund der Behandlung.

Beide Behandlungsmethoden lassen sich in der krankengymnastischen Behandlung kombinieren.

Die Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis kann durch den Arzt verordnet werden und muss mit dem Zusatz KG-ZNS auf der Verordnung vermerkt sein.
Behandlungszeit: 25 - 30 Min.

Manuelle Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte manuelle Behandlung, die langsam, rhythmisch und kreisförmig ausgeführt wird.
Je nach Beschwerdebild werden Lymphödeme der Arme oder Beine behandelt.
Behandelt wird auch der Kopf, der Bauch und/oder Wirbelsäulenabschnitte.
Sie wird eingesetzt, um den Abfluss von Gewebsflüssigkeit über das Lymph- und Venensystem zu verbessern.
Zu einer Lymphdrainage gehören immer eine Kompressionsbandagierung sowie möglicherweise eine Hautversorgung und entstauende Übungen.

Vojta-Therapie

Der tschechische Neurologe und Kinderneurologe Prof. Dr. Václav Vojta entwickelte in den 50er Jahren das nach ihm benannte Vojta-Prinzip. Er stellte fest, dass sich durch bestimmte Reize in definierten Ausgangslagen die Steuerungsfähigkeit des Gehirns für Bewegung und Haltung beeinflussen lässt. Bei der von ihm entwickelten Therapie werden "normale" Bewegungsabläufe wie Greifen, Aufrichten und Laufen nicht primär gelernt und trainiert, die Vojta-Therapie regt vielmehr das Gehirn an, "angelegte und von Geburt an vorhandene Bewegungsmuster" zu aktivieren. Die Therapie sollte so früh wie möglich beginnen. Denn bei Säuglingen ist das zentrale Nervernsystem noch sehr formbar. Die Nervenbahnen im Gehirn sind oft nur blockiert, stehen aber grundsätzlich zur Verfügung. Die Therapie kann den gesamten Reifungsprozess günstig beeinflussen.

Die Vojta-Therapie hat ein sehr weites Wirkungsspektrum und wird als Basistherapie bei praktisch jeder Haltungs- und Bewegungsstörung und zahlreichen Erkrankungen eingesetzt. Zum Beispiel bei zentralen Koordinationsstörungen im Säuglingsalter, cerebralen und peripheren Paresen, zur Mitbehandlung von Fehlentwicklungen der Hüfte oder des Fußes, bei Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule oder bei verschiedenen Muskelerkrankungen. Die Frühdiagnostik nach Vojta wird angewandt, um einem Kind möglichst früh eine Therapie zu ermöglichen.

Welche Bereiche werden beim Kind gefördert?

Statt des Übens alltagsbezogener Fertigkeiten werden die angeborenen Bewegungsfähigkeiten des Kindes aktiviert. Diese Fähigkeiten beziehen sich auf folgende Bereiche:

Skelettmuskulatur

  • Die Wirbelsäule wird gestreckt und gedehnt und somit beweglicher
  • Der Kopf kann freier bewegt werden
  • Die Gelenke zentrieren sich - Fehlhaltungen nehmen dadurch ab
  • Die Hände greifen gezielter und die Füße nehmen eine bessere Stützfunktion ein

Gesichts- und Mundbereich

  • Saug-, Schluck- und Kaubewegungen werden erleichtert
  • Die Augen bewegen sich zielgerichteter
  • Die Stimme wird kräftiger
  • Die Aussprache wird verständlicher

Atemfunktion

  • Der Brustkorb weitet sich
  • Die Atmung wird tiefer
  • Vegetatives Nervensystem
  • Die Haut wird besser durchblutet
  • Die regulierenden Funktionen von Darm und Harnblase werden aktiviert

Wahrnehmung

  • Die Gleichgewichtsreaktion wird verbessert
  • Die Körperwahrnehmung verbessert sich
  • Die Konzentrationsfähigkeit wird ausdauernder







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